Geschäftsführerin, Vorständin, Aufsichtsrätin, Partnerin… Member of the Board!

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Ich würde so gerne mehr Frauen in Top Positionen und den deutschen Boards sehen!

Wieso? Und weshalb eine rein formaljuristische Quote allein meiner Meinung nach nicht ausreicht?

Zunächst: Wenn du etwas äußerlich brauchst um als Führungskraft wahrgenommen zu werden, bist du keine Führungskraft. Du darfst innerlich zur Führungskraft/Geschäftsführerin/Vorständin/Partnerin in Top-Kanzlei werden. Und du musst es wollen.

Sollten wir nicht lieber die notwendigen unterstützenden Rahmenbedingungen schaffen und - neben anderen infrastrukturellen und sozialen Komponenten - die Frauen befähigen, es wirklich zu wollen? Sich wirklich für den Job geeignet zu fühlen? Um wirklich Zugang zu den gleichen Netzwerken und Möglichkeiten zu haben? Sich selbst als das zu sehen, was sie eigentlich sind: perfekt ausgebildete, erfahrene und motivierte Frauen, die ihren Teil zur Wirtschaft beitragen und etwas bewegen wollen. Es wird wahrscheinlich nicht ausreichen, ein weiteres Gesetz zu erlassen, wenn der Wunsch, Vorstandsmitglied zu werden, nicht aus den Frauen selbst kommt. Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote allein hilft nicht, wenn die Grundlage fehlt und es einfach keine Frauen gibt, die sich für den Job qualifiziert fühlen (wobei die Betonung hier auf FÜHLEN liegt) und bereit sind, diese Verantwortung zu übernehmen. In meiner Wahrnehmung sind inneres Wachstum, Selbstvertrauen und Zuversicht die zugrunde liegenden Voraussetzungen.

Ja, so ein Job ist verantwortungsvoll und arbeits- sowie zeitintensiv. Neben Executive Coach bin ich selber Geschäftsführerin und werde demnächst ein Aufsichtsratsmandat übernehmen. Für mich war es nie die Frage von entweder – oder. Also gefühlt musste ich mich nie zwischen einer der Rollen entscheiden und mich mal festlegen, was ich denn nun machen will. Es geht Hand in Hand. Ich bin gewachsen. Sowohl an meinen Aufgaben, vielmehr aber innerlich. Ich möchte es, ich weiß dass ich es kann und ich scheue nicht die Verantwortung. Zudem kann ich priorisieren und bleibe mir selbst, meinen Werten und Bedürfnissen treu.

Trigger Alert: in einer Beziehung bin ich auch noch und zum Sport schaffe ich es trotzdem regelmäßig. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es fühlt sich stimmig an und natürlich kam das nicht über Nacht. Es war ein Prozess. Und in diesem Prozess durfte ich selber viel lernen:

Freiraum und Flexibilität – also Lösungen und Möglichkeiten finden. Selbstbestimmtes Arbeiten. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf um den verschiedenen Rollen und Verantwortungen gerecht zu werden. Um mich beruflich überhaupt etwas trauen zu können. Mut, meinen eigenen Weg zu gehen und ihn auf meine eigene Art und Weise zu gehen. Mut, Grenzen zu setzen. Mut, auszusprechen was ich möchte und was mir wichtig ist. Mut auch, das eigenen Ziel überhaupt erst einmal zu definieren. Und mich und meine Stärken, Ressourcen und Kraftquellen besser zu kennen. Und Erfolge ERkennen und würdigen. Dinge nicht kleinzureden oder ganz unter den Tisch fallen zu lassen. Meine eigenen Bedürfnisse und Werte ernst nehmen.

Ich bin es mir selbst wert, diese Positionen innehaben zu dürfen und mit ihnen und an ihnen zu wachsen, sie auch zu genießen und den Erfolg bewusst wahrzunehmen.

Und es darf sich leicht anfühlen. Ohne Krampf. Und ohne Konkurrenzkampf „Mann gegen Frau“. Frauen, die eine Führungsposition wirklich übernehmen WOLLEN sind genau die großartigen, beachtenswerten und erfolgreichen Powerfrauen die der Position nicht nur fachlich-inhaltlich sondern auch mental gerecht werden. Die in dieser Rolle aufgehen. Diese Entscheidung und dieser Wunsch kann aber meiner Meinung nach nicht gesetzlich vorgegeben werden, sondern muss in den Frauen selbst entstehen. Und genau deshalb halte ich auch eine Frauenquote für nicht zielführend bzw. ausreichend. Es gilt die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und Frauen auf den Plan zu rufen, die ihr Potential tatsächlich erkennen und ihr Licht nicht länger unter den Scheffel stellen wollen. Frauen mit starker Persönlichkeit und klarer Haltung.

Heute sind das immer wieder Themen in meinen Coachings. Auch wenn Female Empowerment schon so abgedroschen scheint halte ich es so relevant wie nie zuvor. Und wer sollte denn diese Frauen „empowern“ können, wenn nicht sie sich selbst!

Once more: Eine Quote entscheidet nicht, ob du Mitarbeiterin bist oder zur Führungskraft wirst. Associate oder Partnerin. Oder ob du in den Vorstand bzw. Aufsichtsrat gehst oder eben nicht. Das entscheidest allein du. Wenn du es möchtest und die Ambitionen hast, es zu dir passt und die sozialen sowie familiären Rahmenbedingungen passen. Und genau da hast du wesentlich mehr in der Hand als du vielleicht denkst! Lerne die Möglichkeiten und offenen Türen kennen, trau dich Türen zu schließen und durch neue zu gehen.

Es muss insgesamt ein allgemeines – sowohl gesellschaftliches als auch hierarchisches – Umdenken stattfinden. Und da können wir Frauen einen ganz wesentlichen Teil dazu beitragen. Es darf eine neue Selbstverständlichkeit für Frauen in Führungspositionen entstehen. Aber das passiert nicht von alleine. Wie jede Veränderung, jeder Change, ist auch das ein Prozess und kein One-Time-Event. Weg von verknöcherten Strukturen, raus aus der Fremdbestimmung, raus aus der Passivität. Raus aus den Grenzen, die du dir selbst setzt. Rein in ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Denken und Handeln. Das kannst du nämlich selber in die Hand nehmen. Hier hast du Handlungsspielraum.

Entwickle auch als Selbständige ein CEO-Mindset und werde tatsächlich zur Unternehmerin. Denke groß. Let Life Surpeise You!